Kranke Katze

Katzenkrankheiten

Katzenkrankheiten

Feline Infektiöse Peritonitis
Die Feline Infektiöse Peritonitis -kurz FIP- ist noch vor Leukose die tödlichste Infektionskrankheit der Katze. Die Erkrankung ist seit etwa 30 Jahren bekannt und befällt Katzen jeder Rasse und jeden Alters. Erreger ist ein besonders aggressives Corona-Virus. Dieses Virus ist weit verbreitet. Nach neueren Untersuchungen ist FIP die Todesursache jeder 8. Katze. Die Mortalität infizierter Tiere ist hoch. Die Sterberate kann bis 77% betragen. Die Erkrankung tritt nur bei Katzen auf. Menschen, Hunde, Kaninchen etc sind nicht gefährdet.Wie stellt sich nun diese FIP dar?
Die klassische, sogenannte feuchte Form der FIP ist oft relativ leicht zu erkennen. Aufgrund ihrer Bauchwassersucht zeigen diese Patienten einen dicken, weichen, flüssigkeitsgefüllten Bauch bei schlechtem Allgemeinzustand und Abmagerung.
Im Zweifel gibt oft die Punktion der Bauchhöhle eine schnelle Klärung. In vielen Fällen gelingt es, das FIP-typische gelbe, fadenziehende Sekret zu gewinnen.
Bei der seltenen  Brustwassersucht beobachtet man in aller Regel schwere Atemnot.

Erheblich schwieriger ist das Erkennen der diversen trockenen Formen. Das Erscheinungsbild ist hier sehr vielgestaltig. An Symptomen kommen vor: Abmagerung, Augenkrankheiten, Austrocknung, Blutarmut, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht, Nervenerkrankungen / Verhaltensanomalien, Teilnahmslosigkeit, Wechselfieber und andere. Im Zweifelsfall erfolgt die Diagnose durch Untersuchung einer Blutprobe. Leider kommen hierbei jede Menge uneindeutige Ergebnisse vor, da man nicht die spezifichen FIP-Antikörper, sondern nur allgemein solche gegen Corona-Viren nachweisen kann. Und die relativ harmlosen Corona-Viren sind in der Katzenpopulation im Zunehmen.

Die Ansteckungsmöglichkeiten?
Jederzeit und überall. Welpen FIP-kranker Mütter infizieren sich schon in der Gebärmutter. Das Virus wird mit Nasensekret, Speichel, Kot und Urin ausgeschieden. Und wenige Viren reichen zur Infektion völlig aus. Sie können diese tödliche Krankheit also leicht auch indirekt, zB über die Schuhe, durch streicheln fremder Katzen etc auf Ihren geliebten Haustiger übertragen. Es gibt Katzen, die das Virus ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Diese Tiere sind also völlig unauffällig, stellen aber trotzdem eine tödliche Gefahr für andere Katzen dar. Freigänger stecken sich bevorzugt direkt von Tier zu Tier an. Natürlich sind alle Orte, wo viele Katzen zusammentreffen, wahre Seuchenherde. Hier sind Rasseausstellungen, Tierpensionen und natürlich speziell Tierheime zu nennen.Prognose? Therapie? Spontanheilungen mit tierärztlicher Unterstützung wurden erlebt, sie bleiben aber leider eine glückliche Ausnahme. Wenn FIP klinisch geworden ist, geht das in praktisch jedem Fall böse aus. Das Virus selbst ist pharmakologisch unangreifbar. Eine Stimulation der körpereignen Abwehrmechanismen gelingt -auch mit homöopathischen Methoden- nur sehr selten. In leichteren Fällen lässt sich unter diätätischer plus homöopathischer Therapie zwar oft eine Besserung der Symptome erreichen, eine Heilung bedeutet dies jedoch nicht. Die Langzeitprognose ist in jedem Fall sehr ungünstig.

Vorbeugung? Ausser Hygienemassnahmen die sich aus logisch aus obigem ergeben, gab es bis 1991 keinerlei Möglichkeit zur Prophylaxe. Seitdem gibt es einen Impfstoff und es hat dann nur noch mal 2 Jahre und ein paar tausend Katzenleben gekostet bis unsere Zulassungsverhinderungsbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut seinen Segen für Deutschland erteilte. Die Effektivität ist nach Herstellerangaben 85%. Das ist natürlich nicht ideal, aber doch ein beträchtlicher Fortschritt gegenüber 0% ohne Impfung. Die Grundimmunisierung besteht aus 2 Impfungen im Abstand von 3 Wochen. Dann wird jedes Jahr nur noch 1x aufgefrischt. Der Impfstoff wird intranasal, dh. in Form von Nasentropfen verabreicht.
Auch wenn sie Ihre Katze mit der zugesicherten Eigenschaft “ist geimpft” gekauft haben, sagt das nicht, dass sie gegen FIP geschützt ist. Traurig genug, aber es gibt immer noch Tierärzte und speziell Tierheime, bei denen sich die FIP-Impfung noch nicht herumgesprochen hat. Wenn Sie im Zweifel über den Impfstatus Ihrer fremdgeimpften Katze sind, bitten Sie Ihren Tierarzt, einen Blick in den Impfpass zu werfen


FSE – Katzenwahnsinn
Auch Heim- und Haustiere sind vor eine BSE-ähnlichen Gehirnerkrankung offensichtlich nicht gefeit. Nach mehreren Fällen in Großbritannien hat es nun auch unser Nachbarland Schweiz erwischt. Erstmals wurde in der Alpenrepublik bei einer Katze eine BSE-ähnliche Gehirnerkrankung diagnostiziert.
Die Feline Spongiforme Enzephalopathie (FSE), volkstümlich Katzenwahnsinn, ist mit BSE verwandt und wie der Rinderwahnsinn eine übertragbare Gehirnerkrankung. Die Ursache der Infektion bei der sechsjährigen Katze aus dem Kanton Waadt ist bislang nicht bekannt. Vermutet wird, dass die Katze mit rohem oder ungenügend erhitzten, infektiösem Gehirn- und Rückenmarkmaterial gefüttert worden sei. Aus der BSE-Forschung ist bekannt, dass infektiöses Material durch blosses Kochen seine Ansteckungsfähigkeit NICHT verliert. Das Schweizer Tier musste wegen seiner starken Störungen am Zentralnervensystem eingeschläfert werden.

Bislang sind in Großbritannien knapp hundert, in Norwegen einer und in Irland drei Fälle von FSE bekannt geworden. Zu den englischen Fällen zählen auch 15 Fälle von FSE bei Grosskatzen wie Löwen und Tigern. FSE wurde erstmalig 1990 bei einem südenglichen Siamkater mit dem passenden Namen Mad Max diagnostiziert. Die Zahlen in Großbritannien gingen, nachdem Tierleichenmehl im Haustierfutter verboten wurde, jedoch zurück. In Deutschland wurde nach Auskunft des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin noch keine FSE-Katze registriert. Da Katzen mit neurologischen Symptomen nur ausnahmsweise zur Sektion kommen, sagt das natürlich garnichts.

Immer wieder haben die BSE-ähnlichen Erkrankungen, vermutlich ausgelöst durch sogenannte Prionen, auch die Artengrenze übersprungen. Wildkatzen wie Geparden oder Tiger gehören zur direkten FSE-Risikogruppe. Selbst bei Affen oder Antilopen wurden bereits BSE-ähnliche Erkrankungen festgestellt.

Nach Auskunft der Veterinärbehörde in Bern stelle die Infektionskrankheit der Katzen für den Menschen dennoch keine Gefahr dar. Eine Ansteckung könne allein über die Nahrungskette erfolgen. Wissenschaftler sind sich allerdings nicht mehr so sicher. 1998 sorgte der Fall eines italienischen Mannes für Aufsehen, der an der damals neuartigen Jugendform der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, der BSE-Variante beim Menschen, starb. Doch nicht nur das: Auch die kleine Katze, die der Italiener ständig um sich hatte, erkrankte an einer schweren neurologischen Störung. Erst bei der Obduktion von Mensch und Tier zeigte sich, dass die Gehirne der beiden schwammig zerfressen waren.

Jedenfalls sollten Sie bei Asienreisen auf die beliebte Katzen-und-Schlangen-Suppe vielleicht zunächst verzichten.


FeLV – Leukose
Was ist Leukose?
Der Katzen-Leukose-Virus, oder FeLV, gehört zu den Retroviren und die von ihm ausgelöste Leukose ist in Deutschland nach FIP die verlustreichste Katzeninfektion.Ansteckung
Der Virus wurde in Speichel und Tränenflüssigkeit nachgewiesen. Auch eine Ausscheidung  mit Kot und Urin ist möglich. Deshalb kann der Besitzer die Krankheit zB über die Schuhe ins Haus bringen. Der Erreger bleibt ausserhalb der Katze nur kurz gefährlich. Er wird durch austrocknen und Wärme inaktiviert.
Nach Entfernen oder Tod einer Leukose-Katze ist vor Neuanschaffung eine Wartezeit von 30 Tagen ausreichend. Näpfe, Toiletten, Körbe und Spielzeug sind am sichersten zu ersetzen, als zweitbeste Lösung zu desinfizieren. Geeignete Desinfektionsmitteln haben auf dem Etikett “HIV/HBV-wirksam” stehen. Kunststoff-Böden und Fliesen gründlich reinigen und dann desinfizieren. Teppichböden und Teppiche gründlich saugen. Dann ist nach der 30-Tagefrist die Wohnung als sicher für einen Neuzugang zu bezeichnen. Nach Ihrer traurigen Erfahrung mit Leukose werden Sie für die “Neue” natürlich unverzüglich einen Termin zur Blutprobe vereinbaren, um FIP/FIV/FeLV auszuschliessen.
Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass der FeL-Virus auf andere Tierarten als Katzen übertragbar wäre. Man kann nach derzeitigem Wissensstand eine Gefahr für Menschen, Hunde usw ausschliessen.

Symptome
Häufige Symptome die auf FeLV zurückgehen, sind Anämie, Gelbsucht, Gewichtsabnahme, Appetitverlust, Durchfall oder Verstopfung, Blut im Stuhl, verdickte Lymphknoten, Atemnot, allgemeine Lustlosigkeit, Vieltrinken, Abort und Resorption von Föten, Unfruchtbarkeit, Geburt von Kümmerern. FeLV kann Abwehrschwäche bewirken, was jede schwere, chronische Infektion Leukose-verdächtig macht.
Bei einigen Leukose-Patienten entstehen Tumore. In diesen Katzen können durch die Tumore Atemprobleme, Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Leber- und Nierenerkrankungen, Augentrübung und Nervenkrankheiten ausgelöst werden.

Labortests und ihre Interpretation
Es gibt zwei Testverfahren zum Nachweis von FeLV. Der ELISA findet Viruseiweiss im Serum, der IFA weist das Protein in Blutzellen nach. In zwei Stadien einer Leukose ist das Virus im Blut nachweisbar. Der ELISA zeigt schon die primäre Virämie an, bevor das Knochenmark befallen ist. Es ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, ab das Abwehrsystem der Katze es schaffen wird, den Virus zu elimieren oder nicht. ELISA spricht auch im zweiten Stadium an, wenn der Virus sich im Knochenmark etabliert hat. ELISA kann auch, mit hoher Fehlerquote, auf Tränenflüssigkeit und Speichel angewandt werden.
IFA hingegen spricht nur im zweiten Stadium an, wenn der Körper keine Chance mehr hat, den Virus zu eliminieren. IFA-positiv heisst übersetzt deshalb: “wahrscheinlicher Dauerausscheider”.
Ein negatives Testergebnis kommt mehreres bedeuten:
1) Nie in Kontakt mit dem Virus
2) Hat sich erst kurz zuvor angesteckt
3) Hat eine Infektion überwunden
4) Die Blutentnahme fiel in eine Ruhephase der Virusausbreitung

Prognose
Selbst wenn zwei Tests nacheinander positiv waren, heisst das noch nicht, dass die Katze bald sterben muss. Eine ansonsten gesunde Katze kann mit Leukose durchaus noch Monate oder Jahre leben. Die konkrete Lebenserwartung lässt sich natürlich nicht voraussagen. Jedoch scheidet die Katze wahrscheinlich Viren aus und es sind Massnahmen erforderlich, um die Übertragung auf andere Katzen zu verhindern.
Weiterhin sind Leukose-Patienten wegen der immunsuppressiven Wirkung des Virus krankheitsanfällig und bedürfen sorgfältiger Beobachtung und sofortiger tierärztlicher Hilfe, sollten sich Symptome einer Infektion zeigen.
Ein gewisser Teil erwachsener Katzen, die Kontakt mit dem Virus haben, entwickeln eine natürliche Immunität. In der Regel ist bei diesen Tieren in Blut und Knochenmark kein Virus nachweisbar und sie erreichen ein normales Alter. In einigen Fällen ist der Virus aber nur eingekapselt. Stress, Krankheiten oder Kortisone können zur Virusaktivierung und damit zum Krankheitsausbruch führen.

Behandlung
Leider gibt es keine Therapie, die zu einer Heilung führt. Bestenfalls gelingt ein zurückdrängen der Krankheit für eine gewisse Zeit. Bestimmte Chemotherapeuthika sind auch bei der Katze anwendbar, die Nebenwirkungen sind wie in der Humanmedizin hochproblematisch. Noch im Versuchsstadium sind Interferone. Auch Virostatika inaktivieren den Virus leider nicht. In einigen tumorösen Fällen sind Kortikoide hilfreich. Natürlich sind die Patienten unter dieser Behandlung doppelt infektionsgefährdet wegen der Immunsuppression durch die Kortikoide.
Es gibt sicher Fälle, wo die Behandlung Euthanasie heisst. Sei es, dass die Katze leidet, sei es dass sie eine Gefahr für andere darstellt und Quarantäne unmöglich ist.

Vorbeugung/ Impfung
Seit vielen Jahren gibt es wirksame Impfstoffe gegen FeLV. Umso unverständlicher ist es, dass uns immer wieder ungeimpfte Katzen vorgestellt werden. In unserem eigenen Patientenbestand ist dank hervorragender Impfmoral unserer Klienten der Impfstatus vorbildlich.
Die Leukose-Impfstoffe sind genauso sicher wie andere Impfstoffe der Katze. Natürlich kann jede Impfung in Ausnahmefällen zu einer leichten Reaktion führen. Die überwiegende Mehrzahl der Impflinge zeigt keinerlei Symptome. Mögliche Nebenwirkungen wären allgemeine Mattigkeit für ein oder zwei Tage, lokale Schwellung oder allergischer Durchfall mit Fieber. Im Fall von Fieber oder Durchfall wäre tierärztliche Hilfe nötig.
Die überwiegende Mehrzahl der geimpften Katzen blockt eine Infektion sofort ab. Einige der geimpften Tiere werden nach Virus-Kontakt vorübergehend laborpositiv. Bei diesen Katzen dauert es bis zu 12 Wochen bis die Antikörper den Virus eliminiert haben. Sie sind in dieser Zeit beschwerdefrei. Eine kleine Minderheit bildet leider keine Antikörper und bleibt somit trotz Impfung ungeschützt. Diese kleine Gruppe der “Impfversager” gibt es grundsätzlich bei jeder Impfung bei Mensch und Tier. Aus diesem Grund dürfen auch geimpfte Tiere nicht mit Leukose-positiven zusammengehalten werden.
Die Erstimpfung der Jungtiere erfolgt mit 9 Wochen. Mit 12 Wochen ist eine Verstärkungsimpfung (”Booster”)erforderlich. Ab dann wird jedes Jahr nur noch einmal aufgefrischt.
Sanierung von Zuchtbetrieben usw
In Katzenzuchten und Heimen ist die einzig wirksame Methode der IFA-Test an allen Tieren und das Entfernen aller positiven. Die negativen sind zu  impfen und alle 3-6 Monate nachzutesten. Erst nach einem Jahr kann man den Bestand dann als leukosefrei bezeichnen. Vor dieser Zeit darf kein Neuzugang erfolgen. Danach sind neue Katzen zu testen, falls negativ zwei Monate in Quarantäne zu halten, nachzutesten, und erst dann in Kontakt mit dem Altbestand zu bringen.


Katzenaids
b>Was ist FIV?
Der Feline Immunodeficiency Virus (FIV) gehört zur Klasse Retroviren wie der Feline Leukämie Virus (FeLV), aber mit einem wesentlichen Unterschied: FeLV gehört zur Unterfamilie der Oncornaviren, FIV zu den Lentiviren, zusammen mit den Erregern der progressiven Pneumonie der Schafe, der ansteckenden Pneumonie der Pferde, der Gelenk- und Gehirnentzündung der Ziegen und des AIDS beim Menschen.
FIV und FeLV können ähnliche Krankheitsbilder hervorrufen, sind aber sonst sehr verschieden, schon im Aussehen. FIV ist länglich, FeLV fast rund. Auch genetisch sind sie recht unterschiedlich, und ihr Struktureiweiss unterscheidet sich in Grösse und Zusammensetzung. Das erklärt das Fehlen von Kreuz-Immunität. FeLV-Antikörper können nicht an FIV andocken, FIV-Antikörper nicht an FeLV.Vorkommen
FIV kommt international, aber mit unterschiedlicher Häufigkeit vor. In den USA zeigen 1,5-3% der gesunden aber bis 15% der kranken Katzen positive FIV-Titer. Wildlebende Kampfkater sind am häufigsten positiv, reine Hauskatzen am seltensten.

Ansteckung
Im Vordergrund steht die Übertragung durch Bissverletzungen. Aber auch andere, friedliche, Sozialkontakte unter Katzen können in Ausnahmefällen zur Infektion führen. Die Ansteckung der Welpen durch die Mutter kann schon intrauterin, während der Geburt oder durch die Muttermilch erfolgen.
Die Ansteckung beim friedlichen Zusammenleben mehrerer Katzen scheint eher selten zu sein. Ideal ist sicher eine Abgabe oder Isolation der Virusträger. Findest das nicht statt, ist das Risiko der Ansteckung trotzdem gering, immer vorausgesetzt, es finden keinerlei Beissereien statt.
Ausserhalb der Katze ist der Virus recht instabil und kann unter normalen Bedingungen nur wenige Stunden überleben. Eine Wartezeit nach dem Ableben einer FIV-Katze bis zur Neubesetzung ist deshalb eigentlich unnötig. Andererseits haben FIV-Katzen in der Regel noch weitere Infektionen. Näpfe, WCs, Spielzeug und Käfige sind deshalb zu entsorgen oder mit HIV-wirksamem Desinfektionsmittel zu behandeln. Irgendeinwas aus der Fernsehwerbung oder das Antikmittel “Sagrotan” sind hier nicht ausreichend.
Bringen Sie nur wirksam geimpfte Neukatzen in das Haus. Gehen Sie hier kein Risiko ein. Die mündliche Bemerkung irgendeiner Tierheimmitarbeiterin “Ist geimpft” sagt garnichts. Wir beraten Sie gern.

Verlauf
Mit dem Blut gelangt der Virus zum nächsten Regional-Lymphknoten, wo er sich in den T-Lymphozyten vermehrt. Dann breitet er sich über das gesamte Lymphsystem aus, d.h. alle Lymphknoten vergrössern sich. Dieses Stadium wird vom Besitzer meist nicht bemerkt. Tage bis Wochen später kann die Katze Fieber und einen Abfall der weissen Blutzellen (Leukopenie) entwickeln. Diese Leukopenie wird vor allem durch einen Abfall der Neutrophilen, der Abwehrzellen gegen Bakterien, und der T-Helferzellen, die eine Schlüsselposition im gesamten Abwehrsystem einnehmen, bewirkt. Später kann auch Anämie, ein Abfall der Roten Blutzellen entstehen.
Infizierte Katzen können jahrelang unauffällig bleiben. Schliesslich beginnt eine Immuninsuffizienz und die Abwehrkräfte nehmen ab. Bakterien, Viren und Protozoen, die in der Umwelt jeder Katze vorkommen und gesunde Tiere nicht befallen, führen beim FIV-Patienten zu schwersten Erkrankungen. Diese Sekundärinfektionen sind verantwortlich für die meisten Symptome, die wir mit einer FIV-Infektion verbinden und sie sind die häufigste Todesursache FIV-positiver Katzen.

Symptome
Klinische Zeichen des Immuninsuffizienz-Syndroms können sich an jedem Organ zeigen. Oft sehen wir schlechtes Fell, Dauerfieber und Appetitverlust. Bei der Hälfte der Patienten findet man Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und Maulhöhlenentzündung (Stomatitis). Häufig sind auch chronische oder wiederkehrende Entzündungen von Haut, Blase und oberen Atmungsorganen. Seltener sind Dauerdurchfall und Entzündungen des Auges. Ständige Gewichtsabnahme ist häufig.
FIV-Katzen neigen zu bestimmten Tumorarten wie Lymphomen. Aborte und andere Fortpflanzungsstörungen wurden berichtet. Einige Katzen entwickeln Krämpfe, Geistesschwäche oder andere Neuropathien. Manche Patienten zeigen periodisch wiederkehrende Phasen relativen Wohlbefindens. In diesen Fällen folgt das Blutbild dem klinischen Auf und Ab, mit deutlicher Tendenz zur Verschlechterung.

Diagnose
Die Diagnose wird nach Vorbericht, Symptomatik und vor allem FIV-Antikörpertest gestellt. Ein positives Testergebnis besagt, dass die Katze infiziert ist, vermutlich lebenslang bleiben wird, und damit eine Gefahr für andere Katzen darstellt.
Da auch falschpositive Testergegnisse vorkommen, kann man zur Sicherheit eine Kontrolluntersuchung nach einer anderen Methode vornehmen. Bei unklarem Laborergebnis bringt eine Kontrolle nach 8-12 Wochen meist Aufschluss.
Welpen FIV-kranker Mütter können in den ersten 12-16 Wochen testpositiv sein ohne den Virus selbst zu tragen. In diesem Fall spricht der Test nur auf maternale Antikörper an. Deshalb sind positive Welpen unbedingt mit 6-8 Monaten nachzutesten, um eine eindeutige Aussage zu erhalten.
Negatives Testergebnis bedeutet, es wurden keine Antikörper nachgewiesen. In den meisten Fällen heisst das FIV-frei. Da zwischen Ansteckung und Bildung von Antikörpern aber 8-12 Wochen liegen, kann eine Blutentnahme theorethisch in diese Phase fallen und eine gesunde Katze vorspiegeln. Bei begründetem Verdacht also Nachkontrolle 12 Wochen nach letztmöglichem Kontakt mit Virusträgern. Eine Katze im Endstadium ihrer FIV-Erkrankung kann wieder testnegativ werden, wenn das Abwehrsystem erschöpft ist.

Prognose
Die individuelle Lebenserwartung einer FIV-Katze lässt sich natürlich nicht konkret vorauszusagen. Unter Idealbedingungen können die Patienten noch Jahre bei guter Lebensqualität vor sich haben.
Hatte der Patient hingegen schon mehrere schwere Sekundärinfektionen oder besteht Dauerfieber und Gewichtsverlust, muss man mit schnellerem Verlauf rechnen.
In den USA wird analog zur HIV-Diagnostik das Verhältnis der CD4- zu CD8-Lymphozyten zur Einschätzung der Schwere der Erkrankung herangezogen. Je niedriger dieser Wert, je schlechter die Prognose. Deutscherseits hält man diesen Test für nicht aussagefähig.

Therapie
Leider gibt es kein Medikament, das den Virus direkt angreift.
Die wichtigste Massnahme ist deshalb der Schutz vor möglichen Sekundärinfektionen. Einzelhaltung ohne Auslauf ist zwingend nötig, schon um die Ansteckung gesunder Katzen zu verhindern. Sekundärinfektionen können bis zu einem gewissen Punkt mit Antibiotika und Antimykotika unterdrückt werden. Ist durch Entzündung der Maulhöhle die Nahrungsaufnahme gefährdet, können Kortisone indiziert sein. Anabolika uund energiereiche Nährpasten können dem Abmagern gegensteuern. Medikamentöse Anregung des Immunsystems ist oft nicht erfolgreich. Ein Versuch sollte jedoch unternommen werden.

Prophylaxe
Es gibt, wie beim verwandten HIV, keine Impfmöglichkeit. Der einzige Schutz wäre die absolute Isolation. Nur im Haus gehaltene Tiere sind kaum gefährdet. Mehrkatzenhaushalte, Heime etc sollten alle Insassen testen. Positive abgeben oder isolieren. Nachkontrolle der negativen nach 12 Wochen. Danach Testen aller Neuzugänge, 12 Wochen Quarantäne und nachtesten. Positive Tiere sind in Einzel-/Haushaltung abgeben oder in konsequenter Quarantäne halten. Jede Schlamperei kann hier tödliche Konsequenzen haben.
Da kaum ein Tierheim Zeit und Geld für die erforderlichen Massnahmen aufwendet und durch Feriengäste und Findlinge eine ständige Fluktuation herrscht, sind diese Institutionen wesentlich an der Verbreitung der Erkrankung beteiligt. Wenn Sie eine Heimkatze möchten, schriftlichen Vertrag mit ausdrücklichem Rückgaberecht machen und gleich am ersten Tag zur Blutprobe. Dabei untersuchen wir natürlich auch auf FIP und Leukose.

Gefahr für den Menschen?
Obwohl der Virus mit dem menschlichen HIV verwandt ist, gibt es keinerlei Hinweise auf eine Ansteckungsgefahr für andere Tierarten. Nach heutigem Wissensstand ist der Virus streng wirtsspezifisch, dh. kommt nur bei Katzen vor.


Katzenschnupfen
Der ansteckende Katzenschnupfen ist ein Sammelname für eine Gruppe von Erkrankungen der Atemwege, der Sehorgane und der Maulhöhle, ausgelöst durch bestimmte Erreger. Durch sekundäre Lungeninfekte hat er besonders bei Jungtieren eine hohe Sterblichkeitsrate. Durch die gute Impfmoral unserer Katzenbesitzer ist seine Bedeutung in den letzten Jahren stark zurückgegangen.Die Erreger des Katzenschnupfens sind Calici-, Herpes- und andere Viren sowie Chlamydien, Mykoplasmen und verschiedene Bakterien. Häufig sind Mischinfekte, an denen mehrere dieser Erreger beteiligt sind. Die Erreger werden besonders dort verbreitet wo viele Katzen zusammenkommen oder -gehalten werden. Tierheime und Katzenausstellungen sind wahre Seuchenherde – nicht nur für Katzenschnupfen.

Die Ansteckung erfolgt direkt oder indirekt. Infizierte Katzen scheiden die Erreger in großer Zahl über Nasen- und Augensekret sowie über den Speichel aus. Die klinische Genesung bedeutet auch nicht automatisch das Ende der Virusausscheidung. Ein Teil der Katzen wird auch nach einer scheinbaren Abheilung weiterhin Virus ausscheiden und damit empfängliche Tiere gefährden.Gesunde Katzen werden über den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier beim Beschnuppern und gegenseitigem Belecken oder durch beim Niesen versprühte Tröpfchen angesteckt. Die Infektion kann aber auch durch gemeinsam benutzte Gegenstände wie Eß- und Trinknäpfe erfolgen. Der Tierhalter schleppt die Erreger in der Regel mit den Schuhen ein.

Bis zu den ersten Symptomen dauert es beim empfänglichen Tier nach der Ansteckung 1 bis 5 Tage . Die Katzen werden träge und matt. Sie haben Fieber und müssen häufig niesen. Der Appetit fehlt, da sie geschwächt sind und durch die Nasenentzündung den Geruch der Mahlzeit schlecht wahrnehmen können. Die Lymphknoten im Bereich des Kopfes und die Mandeln können anschwellen. Die Entzündung der Mundschleimhaut in Verbindung mit Schluckbeschwerden bewirkt manchmal, daß Speichel in großer Menge aus dem Mund läuft. Mit der Zeit kann der Augen- und Nasenausfluß durch die Beteiligung von Bakterien eitrig- trüb werden. Die Sekrete werden so zäh, daß die geschwächte Katze sie nicht mehr selbst durch Putzen beseitigen kann. Durch den Krankheitsstress können Haare vermehrt ausfallen und das dritte Augenlid (die sogenannte Nickhaut) das Auge teilweise abdecken. Je nach Abwehrkraft der Katze, Umweltbedingungen und Art des Erregers können schwerwiegende Komplikationen wie Lungenentzündung oder Geschwüre der Mundschleimhaut und der Hornhaut (Kornea) des Auges auftreten. Besonders betroffen sind junge und abwehrgeschwächte Katzen. In einer Katzengemeinschaft können in kürzester Zeit alle Tiere erkranken. Nach Ausheilung bleibt bei Jungtieren oft eine Verwachsung der Augenlider zurück.

Die Diagnose “Katzenschnupfen” läßt sich in schweren Fällen aufgrund des Niesens, des Nasen- und Augenausflusses meist schon klinisch stellen. Der direkte Erregernachweis ist nur aufwendig im Labor möglicht.

Noch gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten, mit welchen die Virusvermehrung gezielt unterbunden werden könnte. Die tierärztlichen Massnahmen sind deshalb hauptsächlich symptomatisch. Bei eitrigem Nasenausfluß werden die bakteriellen Sekundärinfektionen durch Antibiotika bekämpft. Die Sekretreste an Augen, Nase und Mund werden  mit körperwarmem Wasser abgewaschen. Hat der Patient Schwierigkeiten, Wasser aufzunehmen muss mit dem Fläschchen oder notfalls per Infusion einer Austrocknung gegengesteuert werden. Bei entzündlichen Veränderungen des Zahnfleisches und der Zunge ist den Tieren breiiges Futter anzubieten, das ohne kauen geschluckt werden kann. Wichtig ist auch das Raumklima im Krankenzimmer. Es darf nicht zu kalt und die Raumluft nicht zu trocken sein.
Seit Mitte der Siebziger Jahre stehen uns wirksame Impfstoffe gegen die Haupterreger Calici- und Herpesvirus zur Verfügung. Die Grundimmunisierung umfaßt zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen, wobei die erste Impfung nicht vor der achten Lebenswoche erfolgen sollte. Diese Impfung wird einmal jährlich wiederholt.


Katzenseuche

Katzenseuche oder Panleukopenie ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die weltweit vorkommt. Befallen werden bevorzugt Jungiere, aber grundsätzlich sind Katzen jeden Alters empfänglich. Andere Tierarten wie Hund oder Mensch können sich nicht anstecken.Der Erreger der Katzenseuche ist der Feline PanleukopenieVirus (FPV) aus der Gruppe der Parvoviridae. Er ist mit dem Erreger der Parvoseuche des Hundes und dem AleutenVirus der Nerze verwandt.

Die Ansteckung kann auf vielen Wegen geschehen. Kranke Tiere scheiden den Virus mit Kot, Urin, Speichel etc aus. Flöhe und andere Insekten dienen als Überträger. Körbe, Näpfe oder Kleidung und Hände des Katzenhalters können die Seuche auch in die einsamste Wohnung einschleppen. Überlebende Patienten können als Dauerausscheider den Virus mit Kot und Urin noch viele Monate lang auscheiden. In der Umwelt bleibt der Virus bei Raumtemperatur bis zu einem Jahr infektiös. Viele Desinfektionsmittel sind wirkungslos.

Übliche Symptome sind hohes Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Durchfall und Erbrechen. Die Ansteckungsrate ist hoch, dh. die meisten ungeimpften Kontakttiere stecken sich an. Die grösste Gefahr geht heute von den Massenhaltungen wie Tierfabriken, Tierheimen und Katzenpensionen aus. Die Sterblichkeit liegt zwischen 25 und 75%, abhängig von der Agressivität des Virusstammes und dem Alter des Patienten. Welpen können sich schon im Mutterleib anstecken. Der Virus greift ihr Kleinhirn an. Massive Bewegungsstörungen sind das Resultat. Das Blutbild zeigt häufig einen Mangel an weissen Blutzellen, eine Leukopenie, die der Erkrankung ihren wissenschaftlichen Namen gab.

Zur Behandlung der Katzenseuche stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Serum, Transfusionen sowie Antibiotika gegen Trittbrettfahrer stehen dabei im Vordergrund.  In vielen Fällen kommt aber tierärztliche Hilfe einfach zu spät. Im Extremfall ist die Katze schon wenige Stunden nach Beginn der Symptome tot.

Zur Vorbeugung sind seit vielen Jahren ausgereifte Impfstoffe gegen Panleukopenie verfügbar. Die erste Impfung kann schon mit 9 Wochen erfolgen. Erste Wiederholung nach 3 Wochen, ab dann jährlich nur noch einmal.


Toxoplasmose

Toxoplasmose, eine häufige Infektion bei zwei-und mehrbeinigen Säugetieren, wird durch einenen Einzeller namens Toxoplasma gondii ausgelöst. Diese Protozoen gehören zu den ursprünglichsten aller Lebewesen. Infektionen mit Toxoplasma sind häufig, meist aber ohne Krankheitssymptome.Entwicklungsstadien
Katzen sind die Endwirte, in denen der Parasit die Fortpflanzungsreife erreicht. Menschen und andere Säugetiere dienen nur als Zwischenwirte.
Die Katze infiziert sich durch Verzehr ungekochter Mäuse oder Vögel. Der Parasit vermehrt sich zuerst in den Darmzellen der Katze. Er produziert massenhaft sogenannte Oozysten, die der Wirt 2 bis 3 Wochen lang ausscheidet. Dies erfolgt nur während der akuten Infektion, kaum jedoch nach der akuten Phase oder bei Reinfektion. Die Zysten reifen ausserhalb der Katze in 5 Tagen zur infektionsfähigen Form heran. Nach der Reife bleiben Sie im feuchten Boden noch monatelang ansteckend.
Die plazentare Ansteckung im Mutterleib kommt bei Schaf, Ziege und Mensch vor, kaum jedoch bei der Katze.
Einige der Parasiten dringen in tieferliegende Darmzellen der Katze oder der Zwischenwirte ein und verwandeln sich in sogenannte Tachyzoiten. Diese breiten sich in verschiedene Organe aus und werden schliesslich vom wirtseigenen Abwehrsystem zur Verkapselung, meist im Muskel oder Hirn, gezwungen. Diese Ruheform bleibt normal bis zum Lebensende des Wirtes inaktiv.

Symptome
Die meisten Toxoplasmosen der Katze verlaufen symptomlos. Mögliche Frühsymptome sind Apathie, Appetitlosigkeit und Fieber. Später können Pneumonie, Hepatitis, Pankreatitis, Augen- (nicht Bindehaut-) entzündung und Hirnentzündung auftreten. Die Symptome sind dann: Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Gelbsucht, Lymphknotenvergrösserung, ungleiche Pupillen, Lichtempfindlichkeit, Blindheit, Koordinationsstörungen, Berührungsempfindlichkeit, Persönlichkeitsänderungen, Ohrenzucken, Kau- und Schluckbeschwerden, Krämpfe, Stubenunreinheit.

Diagnose
Die Kotuntersuchung gibt Aufschluss ob momentan Oozysten ausgeschieden werden. Aufgrund der Zyklizität der Ausscheidung ist eine 3malige Untersuchung im Abstand von 14 Tagen sinnvoll. Bei Erregernachweis ist dringend anzuraten, den Patienten für 3 Wochen ausser Haus zu geben. Bei negativer Kotprobe ist die Blutuntersuchung sinnvoll, die uns sagt ob die Katze schon Kontakt mit dem Erreger hatte und dann jetzt wahrscheinlich immun ist. Negativ getestete Freigänger mit jagdlichen Ambitionen können sich natürlich jederzeit über ihre Beute infizieren und bis zu 3 Wochen Oozysten ausscheiden. Negativ getestete Wohnungskatzen die ausschliesslich mit Fertigfutter ernährt werden, sind weder gefährdet noch potentielle Überträger.

Behandlung
Es gibt verschiedene Antibiotika, die aktive Toxoplasmen in den verschiedenen Wirtsspezies erfolgreich angreifen.

Toxoplasmose des Menschen
Schätzungen behaupten, dass 30-50 Prozent der Weltpopulation verkapselte Toxoplasmen in sich tragen. Durch immunschwächende Vorgänge, zB Kortisoneinnahme oder HIV, können die Ruheformen aktiviert werden.
1) In Entwicklungsländern spielt der Kontakt zu verseuchter Erde die grösste Rolle, in Industrieländern der Verzehr halbgarer oder roher Fleischspeisen, speziell Lamm und Schwein. Ca. 10% Lammfleisches und 25% des Schweinefleisches enthalten Oozysten (Zahlen für USA). Auch rohe Milch, zB Ziegenmilch kann zystenhaltig sein.
2) An zweiter Stelle steht die Ansteckung über rohes Gemüse und Kräuter, die in verseuchter Erde gewachsen sind.
3) Weit abgeschlagen und von mehr theoretischer als praktischer Bedeutung sind Katzentoiletten. Händewaschen nach deren Reinigung ist trotzdem nicht übertrieben. Da die Oozysten nach Ausscheidung durch eine Katze noch 5 Tage zur Reifung brauchen, ist die direkte Ansteckung durch eine Katze, die sich pflegt, praktisch unmöglich.
Die Ansteckung des Fötus über die Plazenta ist eine grosse Sorge jeder werdenden Mutter. Bei Ansteckung der Mutter während der Schwangerschaft werden auch ca. 30-50% der Föten befallen. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sind fötale Infektionen selten aber am folgenreichsten (bis zum Abort), im letzten Drittel am häufigsten und harmlosesten. Die meisten Mütter, die ihre Föten infizieren, zeigen selbst keine Krankheitszeichen.
In den USA werden jährlich etwa 3000 Babys schon in der Mutter infiziert. Symptome können direkt nach der Geburt, viele Jahre später oder, meist, nie auftreten. Augen- und ZNS-Störungen, Taubheit, Fieber, Gelbsucht, Hautausschläge, Atemwegserkrankungen und Herzkrankheiten sind die häufigsten Formen.

Vorbeugung
Bis jetzt gibt es keine Impfstoffe zum Schutz des Endwirtes und der Zwischenwirte, zB. des Menschen.
Die ansteckungsfähigen Zysten werden nur durch intensives Garen (Kerntemperatur 70 Grad C 15 min lang) neutralisiert. Einfrieren, pökeln oder räuchern sind nicht zuverlässig wirksam. Weder Mensch noch Katze sollten rohes oder halbrohes Fleisch essen. Nicht ganz einfach bei Aussenkatzen mit einer Vorliebe für frisches Mäusetartar.
Katzentoiletten und Gartenerde sind prinzipiell als infektiös zu betrachten. Deshalb Katzenklo täglich reinigen und danach sowie nach jeder Gartenarbeit Händewaschen.

Schwangere sollten etwas aufwendigere Massnahmen zum Schutz ihres Ungeborenen ergreifen.
1) Rohmilch und -produkte sowie Roh- oder Halbrohfleisch aus der Ernährung streichen. Das gleiche gilt für rohes Gemüse und Obst wegen des möglichen Kontaktes mit verseuchter Erde. Das verbietet zB Salat, frische Kräuter und die meiste Sorten Rohkost in der Schwangerenernährung. Geschältes Obst ist ok. Beim Kochen jeden direkten und indirekten Kontakt mit Rohfleisch und Rohgemüse vermeiden. Dazu gehören natürlich auch die Schneidbretter und Messer. Was heisst das praktisch? Beim Kochen gute medizinische Gummihandschuhe und danach Händewaschen.
2) Test der Katzen.
3) Test der werdenden Mutter. Laut Cornell University früh, am besten vor der Schwangerschaft. Nach diesem Rat scheiden Zufallsbekanntschaften als Wunschväter dann wohl leider aus. Testet die Mutter schon vor der Schwangerschaft positiv, ist das Risiko einer Übertragung auf den Fötus gering. Ist sie negativ, besteht das Risiko einer Erstinfektion während der Schwangerschaft mit Ansteckung des Föten.
4) In der Katzenernährung Rohmilch und -produkte sowie Roh- oder Halbrohfleisch vermeiden. Falls machbar bei negativ getesteten Katzen den Freigang streichen. Aus dem Schlafzimmer konsequent aussperren.
5) Die Reinigung der Katzentoilette delegieren, um jedes Restrisiko auszuschliessen. Täglich saubermachen lassen.
6) Kontakt zu Fremdkatzen vermeiden.
7) Gartenarbeit komplett aussetzen. Gartenerde ist immer potenziell infektiös.


Quelle der Katzenkrankheiten: Die Texte stammen alle von Dr. von Rhein und wurden mit freundlicher Genehmigung auf diese Seite übernommen.
Die Originaltexte sowie weitere Informationen zu Krankheiten finde Sie unter http://www.dr-von-rhein.de/index.html