Katzen haben Ihre eigene Sprache. Wenn sie miauen, schreien, knurren oder schnurren, dann wollen sie etwas damit sagen oder ihre momentane Gefülssituation offenlegen. Damit Sie Ihr Tier in Zukunft besser verstehen, folgen hier einige “Auszüge der Katzensprache”.

Die Sprache der Katzen

  • Verständigung unter Katzen
  • Verständigung zwischen Katze und Mensch

Verständigung unter Katzen
Wenn befreundete Katzen einander begegnen, begrüßen sie sich meistens mit einem kurzen leisen Erkennungslaut, gefolgt vom “Nasenkuss”. Dabei legen sie ihre Nasen und manchmal auch die Stirn aneinander. Gelegentlich geben sie auch Köpfchen - die eine stößt der anderen sanft den Kopf in die Seite und streicht anschließend mit der Wange oder sogar dem ganzen Körper an ihr entlang - und kontrollieren die Analregion.

Einander fremde Katzen taxieren sich zunächst. Sind sie freundlich gestimmt, folgt eine vorsichtige Kontaktaufnahme, die bis auf eine ausgeprägte Zögerlichkeit genauso aussieht wie bei befreundeten Katzen. Sind sie eher feindselig gestimmt, starren sie sich zunächst einfach nur an, fauchen vielleicht auch. Wenn keiner dem Blick des anderen ausweicht, werden größere Geschütze aufgefahren. Die Kontrahenten umkreisen einander im Zeitlupentempo, machen einen Buckel, sträuben das Fell, plustern den Schwanz auf, drehen die Ohren zur Seite und beginnen abwechselnd zu fauchen und zu grollen. Dieses Grollen, einem Knurren nicht unähnlich, geht in einen kehligen Gesang über, der unmittelbar vor dem eigentlichen Angriff in einem schrillen Schrei kulminiert, wenn der andere sich nicht freiwillig zurückzieht. Der Kampf selbst ist meist heftig und kurz, von Spucken und schrillem Kreischen untermalt. Wenn der Sieger feststeht, wenden beide den Blick voneinander ab. Der Sieger bleibt an Ort und Stelle und beginnt sich zu putzen, der Unterlegene schleicht in geduckter Haltung davon.

“Gesprochen” wird bei Katzen vor allem in der Beziehung zwischen Katzenmutter und ihren Jungen. Die Katzenmutter benutzt spezifische Lock-, Beruhigungs-, Achtung- und Warnlaute, mit denen sie ihre Jungen lenkt, bei der Jagd anleitet, auf Gefahren aufmerksam macht und erzieht. Das Schnurren wird gezielt zur Beruhigung und Förderung der Entspannung eingesetzt - von beiden Seiten. Die Jungen benutzen darüber hinaus ein Angst- und Verlassenheits-Fiepen, um ihre Mutter zu rufen.

Verständigung zwischen Katze und Mensch
Um sich mit dem Menschen zu verständigen, bedient sich die Katze hauptsächlich der gleichen Kommuniktionsmittel, die ein Katzenjunges gegenüber seiner Mutter verwendet, baut diese aber aus bzw. verfeinert sie. Dadurch variieren Form und Bedeutung der Signale stark, und es kann vorkommen, dass nur der Halter bestimmte Signale seiner Katze versteht, ein anderer Mensch sie aber nicht zu deuten weiß, obwohl er Katzenerfahrung hat.

Die Bedeutung des Schnurrens ist die gleiche wie zwischen Katzen untereinander. Es soll beruhigen, manchmal auch beschwichtigen, und Zufriedenheit sowie Wohlbefinden ausdrücken.
Ebenso eindeutig ist das Fauchen. Es heißt immer: “Lass das, geh mir vom Leib, zieh dich zurück.” Angelegte Ohren, ein peitschender Schwanz, gesträubtes Fell sagen das Gleiche.

Wenn die Katze ihren Menschen zu etwas animieren will, ist das meist am Tonfall zu erkennen: Das Maunzen klingt auffordernd bis fordernd, manchmal auch jammernd oder lockend. Bei manchen Katzen geht der fordernde, mit offenem Maul hervorgebrachte Maunzton in ein mit geschlossenem Maul hervorgebrachtes “mmmrrrut” über, wenn die Katze ungeduldig wird oder meint, der Mensch habe endlich begriffen, was sie will.
Unterstrichen wird das Ganze häufig durch Begrüßungsgesten, die gezielt zur Überredung eingesetzt werden: Die Katze streicht ihrem Menschen um die Beine, richtet sich an ihm auf, stupst ihn mit dem Kopf an, reibt Stirn, Oberkopf, Wangen, Kinn, Lippen und Flanken an ihm und umschlingt zum Abschluss seine Beine mit dem Schwanz. Da dabei fast alle Duftdrüsen der Katze zum Einsatz kommen, dient dieser Vorgang nebenbei auch dazu, einen Besitzanspruch zu verdeutlichen: “Mein Mensch!”

Ein trillerndes “prrrrruit” ist meistens eine Begrüßung oder eine freundliche Aufforderung, der Katze zu folgen, gemischt mit Vorfreude. Dieser Triller wird folgerichtig fast nur dann eingesetzt, wenn die Katze sicher ist, dass ihr Wunsch gleich erfüllt wird. Begleitet wird er häufig von einem steil in die Höhe gestreckten, leicht zitternden oder an der Spitze umgebogenen Schwanz.
Ebenfalls freundliche, etwas nachdrücklichere Aufforderung oder Frage (”Was ist los?” - “Was willst du?” - “Darf ich …?” - “Gibst du mir …?”) ist das “stumme Miau”, bei dem die Katze den Menschen direkt anschaut und das Maul öffnet wie beim Maunzen, ohne allerdings einen Ton von sich zu geben.

Redselige Katzen, vor allem Orientalen, geraten regelrecht ins Erzählen. Was sie damit jeweils ausdrücken wollen, wird meistens nur - und auch nicht immer - vom Halter des Tieres verstanden.

Wirft sich eine Katze auf die Seite oder den Rücken und wälzt sich hin und her, blinzelt einen an und maunzt dabei evtl. mit lockendem Unterton, so ist das eine Aufforderung. Mit dieser Gestik zeigt die rollige Katze dem Kater ihre Bereitschaft zur Paarung. Dem Menschen hingegen signalisiert sie damit Wohlbefinden und fordert zum Spiel oder zu Zärtlichkeiten auf, allerdings nicht unbedingt zum Bauchkraulen! Auch Katzen, die absolut nicht am Bauch berührt werden mögen, präsentieren ihn so verlockend - um dann ziemlich unwirsch klarzustellen, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Dieses Signal ist deshalb bei fremden Katzen mit Vorsicht zu genießen.

Wenn eine Katze irgendetwas mit den Augen fixiert, ein paarmal kurz “mäk” oder “mäk-mäk” sagt und/oder mit den Zähnen “klappert”, hat das nichts mit Kommunikation zu tun. Hier handelt es sich um eine Ersatzhandlung: einen angedeuteten Tötungsbiss für eine (unerreichbare) Beute.

Quelle http://www.drtk-faq.de/