Eine zweite oder dritte Katze zieht ein. Das bedeutet Stress. Aber nicht nur für alle beteiligten Katzen, sondern auch für Sie als Katzenhalter. Sie dürfen sich die Zusammenführung der Katzen nicht zu einfach vorstellen, denn wenn Sie glauben, dass man beide einfach zusammensetzt und dann alles gut ist, dann liegen Sie hier falsch. Es bedarf einges an Zeit und Geduld, bis sich Ihre Vierbeiner aneinander gewöhnt und sich vorallem akzeptiert haben. Damit Sie aber auch diese Hürde nehmen können, folgen ein paar nützliche und hilfreiche Tipps, die Ihnen und Ihren Katzen das Zusammenleben erleichtern sollten. Bedenken Sie aber, dass sich Rassekatzen evtl. anders verhalten können.

  • Wenn Sie zwei oder mehr Katzen aneinander gewöhnen möchten, dann sollten sie ungefähr gleich alt sein. Ein Altersunterschied von drei, vier Jahren macht nichts aus, doch kann eine ganz alte Katze mit einem Kätzchen nicht viel anfangen. Das Kleine will beinahe ununterbrochen spielen, während sich die Katze im höheren Alter lieber ruhig auf ein schönes Plätzchen legt.
  • Sollten Sie zu Ihrer deutlich älteren Katze dennoch ein Jungtier dazuholen wollen, dann wäre es am einfachsten, gleich zwei Katzenbabies ins Haus zu holen. Die beiden können dann miteinander tollen und spielen und fallen so der älteren Katze nicht auf die Nerven. Möchte sich das erwachsene Tier an der Spielerei beteiligen, dann kann es das tun, es kann sich aber auch jederzeit zurückziehen ohne dass den kleinen langweilig wird.
  • Versuchen Sie ein wenig bei der Auswahl der neuen Katze den Charakter ihrers bisherigen Wegbegleiters im Hinterkopf zu behalten. Haben Sie ein scheues Wesen zu Hause, macht es wenig Sinn, ein dominantes Tier hinzuzuholen. Es wird schnell die Oberhand ergreifen und die scheue Katze wird sich nur mehr und mehr zurückziehen. Hier würde keine Harmonie entstehen, sondern ständiges Weglaufen durch Angst wäre an der Tagesordnung.
  • Kommt die neue Katze ins Haus, sollten sie besonders am Anfang darauf achten, dass die alte Katze einen Eindringling im Revier erdulden muss und ihr somit das Vorrecht gewähren. Vernachlässigen Sie das Tier auf Grund der Eingewöhnung des Neulings nicht, sondern behandeln Sie es in der ersten Zeit bevorzugt. Sie bekommt als erstes das Futter und wenn sie Streicheleinheiten möchte, dann soll sie sie bekommen. Nichts ist in dieser Zeit schlimmer als eine eifersüchtige Katze. Der Neuling kann schnell als Feind und Rivale angesehen werden, wenn er in den Augen der “alten” Katze liebevoller umsorgt wird. Das gibt Streit und der kann unter Umständen ein Leben lang für Zoff sorgen.
  • Wie Sie am Tag der Zusammenführung genau vorgehen, ist ganz alleine Ihre Entscheidung. Die einen lassen die Katzen sofort aufeinander los, was jedoch zu schlimmen Prügeleien führen kann, da sich die beiden völlig fremd sind. Andere wiederum nehmen eines der Tiere auf den Arm und lassen es von dieser Perspektive den Fremdling beobachten. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Trenngitter zB zwischen Türen, dass in der ersten Zeit für den nötigen körperlichen Abstand sorgt. Die Katzen können sich beschnuppern, jedoch nicht angreifen.
  • Wenn die Katzen aneinander gewöhnt werden, dann kommt es zum Knurren und Fauchen. Vorallem Ihre Erstkatze wird Töne von sich geben, von denen Sie nichteinmal vermutet haben, dass sie solche produzieren kann. Dies ist kein Wunder, denn schließlich dringt ein Fremdling ins Revier ein.
    Versuche Sie auf keinem Fall das Knurren zu unterbinden, indem Sie die Katzen bestrafen. Das ist völlig normal und legt sich nach einiger Zeit wieder. Meist dauert es zwischen zwei und vier Wochen, bis sich die Katzen vollkommen akzeptieren, aber im Einzelfall kann es auch länger dauern bzw. gar nicht klappen.
  • Sollte es nicht beim Fauchen und Knurren bleiben, sondern in Prügeleien übergehen, sollten Sie nicht eingreifen. Meistens sieht alles schlimmer aus, als es eigentlich ist. Die Katzen müssen sich schließlich irgendwie verständigen und die neue Rangordnung festlegen. Und das können Sie am besten, indem Sie aufeinander losgehen und herrausfinden, welche Katze die stärkere ist.
    Sollte es allerdings zu schwerwiegenderen Kämpfen mit ernsthaften Verletzungen kommen, dann müssen Sie eingreifen und die Katzen für eine Weile trennen, damit sie sich wieder beruhigen können.
  • In der ungewohnten Situation kann es sein, dass sich Ihr erstes Tier gegen Sie stellt. Es ist beleidigt und will Ihnen zeigen, dass es mit dem Zuwachs absolut nicht einverstanden ist. Da kann es schonmal passieren, dass selbst Sie angefaucht und angeknurrt werden. Bestrafen Sie die Katze dafür nicht sondern reden Sie gut und mit sanfter Stimme auf sie ein. Das Fauchen ist völlig normal und legt sich sicher schnell wieder..
  • Auch wenn es unangenehm klingt - es ist fast das beste für die Katzen, dass Sie beim ersten Zusammentreffen nicht Nase an Nase, sondern eher Nase an Hintern stehen. Die Katzen haben hervorragende Riecher und der Geruch des Hinterteils des anderen ist wichtig für die Vierbeiner.
  • Wenn beide Katzen gleich riechen, dann ist es für sie einfacher, sich an den anderen zu gewöhnen. Gleichen Geruch können Sie erzeugen, indem Sie zB beide mit dem selben Babypuder einreiben (nicht zu viel) oder erst die eine und dann die andere Katze mit einem T-Shirt, Tuch oder ähnlichem abreiben. Dann riechen beide irgendwie gleich (auch, wenn Sie das nicht merken) und es kann eher ein Gefühl der Zusammengehörigkeit enstehen.
  • Spielen Sie mit den Katzen. Nehmen Sie zB eine Spielangel und locken Sie damit die Katzen in ihre Nähe. Beim Spielen merken sie oftmals gar nicht, wie nah sie aneinandergeraten und können so vielleicht ebenfalls merken, dass der andere selbst aus der Nähe gar nicht schlimm ist.
  • Sollte die Zusammenführung trotz Einhaltung all dieser Tipps nicht klappen, dann ist es wahrscheinlich das beste für beide Tiere, wenn sie wieder getrennt werden. Es hat keinen Sinn, wenn sich beide nur anfauchen und vorallem verletzten. Beide werden damit nicht glücklich und auch Sie werden nicht viel Freude an zwei Katzen haben, die sich hassen und gegenseitig verletzen.

Sollten Sie noch weitere Tipps zur Zusammenführung zweier Katzen kennen, die hier noch nicht aufgelistet sind, dann schicken Sie diese doch bitte an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können . Ihre Vorschläge werden dann an dieser Stelle mit Namen (soweit Sie es nicht untersagen) veröffentlicht, damit auch andere daran teilhaben können.